Der Vergleich in sieben Punkten
| Kriterium | Agentur | Google Ads Freelancer |
|---|---|---|
| Wer bedient das Konto | Meist ein Junior, der Senior verkauft | Die Person, mit der du sprichst |
| Kosten | Prozent vom Budget + Setup, oft 1.500 € aufwärts | Pauschale 500 € bis 3.000 €, ohne Setup-Gebühr |
| Laufzeit | 6 bis 12 Monate üblich | Monatlich kündbar |
| Erreichbarkeit | Ticket oder Account-Manager | Direkt, oft per WhatsApp oder Call |
| Kontoeigentum | Teilweise im Agenturkonto | Immer dein Konto |
| Breite | Viele Kanäle unter einem Dach | Fokus auf Google Ads, Partner für den Rest |
| Risiko | Wechsel des Ansprechpartners, Verwässerung | Ausfall bei Krankheit oder Urlaub |
Wann die Agentur die bessere Wahl ist
Ehrlich gesagt gibt es drei Situationen, in denen ich dir eine Agentur empfehle:
- Du brauchst sechs Kanäle gleichzeitig. Google, Meta, TikTok, LinkedIn, SEO und E-Mail aus einer Hand, mit Kreativ-Team und Mediaplanung. Das leistet kein einzelner Freelancer.
- Dein Budget liegt über 50.000 € im Monat. Ab dieser Größe brauchst du Redundanz: mehrere Personen, die das Konto kennen, Vertretung, Eskalationswege.
- Du willst einen Rahmenvertrag mit Haftung. Konzerne und öffentliche Auftraggeber brauchen oft Strukturen, die ein Freelancer nicht bieten kann.
In allen anderen Fällen, also bei den meisten Unternehmen zwischen 1.500 € und 30.000 € Budget, bekommst du beim Freelancer mehr Erfahrung pro Euro.
Das Junior-Problem bei Agenturen
Das größte Risiko bei Agenturen ist nicht der Preis, sondern die Übergabe. Im Verkaufsgespräch sitzt der Gründer oder ein Senior mit zehn Jahren Erfahrung. Nach Vertragsabschluss landet dein Konto bei einem Account-Manager mit zwei Jahren Erfahrung und vierzig anderen Konten. Das ist kein Vorwurf, sondern Betriebswirtschaft: Anders rechnet sich eine Agentur nicht.
Beim Google Ads Freelancer gibt es diese Übergabe nicht. Die Person, die im Erstgespräch dein Konto analysiert hat, ist dieselbe, die drei Monate später die Gebotsstrategie anpasst.
Das Ausfall-Problem bei Freelancern
Umgekehrt hat der Freelancer eine Schwäche: Er ist eine Person. Wird er krank oder fährt in Urlaub, läuft das Konto erst mal ohne Betreuung. Gute Freelancer lösen das mit drei Dingen: Kampagnen, die stabil auf automatischen Gebotsstrategien laufen; Dokumentation, mit der ein Vertreter übernehmen kann; und ehrlicher Kommunikation über Abwesenheiten. Frag im Erstgespräch danach. Wer keine Antwort hat, hat auch keinen Plan.
Worauf du bei beiden achten solltest
- Konto in deinem Namen. Keine Diskussion. Ohne eigenes Konto hast du beim Wechsel nichts in der Hand.
- Conversion-Tracking als erste Aufgabe. Wer Kampagnen optimiert, ohne zu wissen, was eine Anfrage wert ist, optimiert ins Blaue.
- Begründete Entscheidungen. Ein Reporting, das nur Zahlen zeigt, ist wertlos. Du willst wissen, warum etwas geändert wurde.
- Keine Garantien. Wer dir Platz 1 oder einen festen ROAS verspricht, verkauft etwas, das er nicht kontrolliert.
Meine Position
Ich arbeite als Google Ads Freelancer, weil ich das Modell für die meisten Unternehmen für das bessere halte: direkte Arbeit, keine Übergabe, Konto in deinem Besitz, monatlich kündbar. Für Kanäle außerhalb von Google arbeite ich mit Partnern, die ich seit Jahren kenne, aber immer so, dass du einen Ansprechpartner hast. Wenn dein Fall einer der drei oben ist, sage ich dir das im Erstgespräch und empfehle dir eine Agentur.